Neujahrstauchen

01.01.2020 * Strandbad Ingelheim * ab 13:00 Uhr

"Kopf unter" 14:15 Uhr

Hier ein paar Presseberichte rund ums  Neujahrtauchen:

Bericht der Allgemeine Zeitung von 02.01.2019

Unerschrockene Neujahrstaucher in Frei-Weinheim

Von Sigrid Kaselow

80 bis 100 Wasserenthusiasten ließen sich am Neujahrstag auch durch eine Wassertemperatur von lediglich sechs Grad nicht davon abhalten, ein Bad im Rhein zu nehmen.

FREI-WEINHEIM - Vor gut drei Wochen dehnten sich Sand-und Kiesflächen am Frei-Weinheimer Strandbad noch weit in Richtung Rheinkribben. Bis zum Neujahrstag hat sich der Rhein wieder weite Teile seines ursprünglichen Bettes zurückerobert. Aber zwischen Sandstrand und Wasser macht es ein gut 30 Meter breiter Schlammstreifen den Neujahrstauchern nicht gerade leicht, zum Wasser zu kommen.

Vorsichtig schlittern die geschätzt zwischen 80 und 100 Wasser-Enthusiasten bis zum sechs Grad kalten Nass, rennen in die Fluten, tauchen einmal ganz unter, rutschen über den Schlamm zurück zu Handtuch und Bademantel haltenden Angehörigen. Unter dem Motto „Kopf Unter“, haben die Dromersheimer Alex und Birgit Laurijsse zum achten Mal in Folge zum Neujahrstauchen im Rhein für einen guten Zweck eingeladen – und die Besucher strömen.

Der Parkplatz an der Rheinstraße und der Zufahrtsweg zum Strandbad sind zugeparkt, dazwischen suchen sich Fußgänger und Radfahrer ihren Weg. Am Strandbad selbst mehrere hundert Menschen, wie in den Vorjahren mehr Zuschauer als aktive Rheintaucher. Sie überbrücken die Zeit bis zum Startsignal mit Glühwein, Punsch, Würstchen und heißer Suppe, alles wird gegen eine Spende ausgegeben.

„Es ist toll, dass so viele Leute kommen“, freut sich Alex Laurijsse, der wieder mit zu den unerschrockenen Tauchern zählt. Ehefrau Birgit verteilt am Essens- und Getränkestand selbstbeklebte Spendendosen, die eifrig befüllt werden. Neu in diesem Jahr die extra aufgebaute Bühne, allerdings musste die angekündigte Band wegen Krankheit absagen, stattdessen sorgen drei DJs mit Techno- und House-Klängen für musikalische Untermalung.

Anwesend ist auch die Spendenempfängerin, Vanessa Brandt aus Dromersheim. Ein geplatztes Blutgefäß im Kopf machte sie vor drei Jahren von einem auf den anderen Tag zum Pflegefall. Dank spezieller Therapien geht es ihr heute besser, aber die teuren Reha-Maßnahmen müssen weiter finanziert werden. In einem Audio-Einspieler erzählt Vanessa von ihrem Schicksal und ihrem Weg zurück zur Selbstständigkeit, manch einer der Zuhörer hat Tränen in den Augen. Und als die DJ’s auf der Bühne bitten, die Zuschauer möchten sich für Vanessa zu den Klängen des Songs „You never walk alone“ hinknien, gehen fast alle Anwesenden hinunter in den feuchten Sand.

Inzwischen hat sich der Mann mit der Startrakete in Stellung gebracht. „Kannste nicht schon mal zünden?“, fragt ein frierender Neujahrstaucher. „Nein, in zwei Minuten ist es soweit“, lautet die Antwort. Ein paar mit Blumenketten und Baströckchen verkleidete Hawaii-Girls posieren noch für Handyfotos, dann kommt die Ansage von Birgit Laurijsse: „Helden seid ihr alle sowieso, also geht nicht zu weit raus.“ Und dann sind sie alle im Wasser, die meisten der Unerschrockenen mit den orangenen Pudelmützen des Hauptsponsors auf dem Kopf, eine rosa Perücke sticht hervor. „Man ist ja so was von wach, wenn man da raus kommt, klasse“, meint einer der kälteresistenten Neujahrstaucher, als er sich die klatschnasse Mütze vom Kopf zieht und durch eine trockene ersetzt.

 

Bericht der Allgemeine Zeitung von 27.12.2018

Traditionelles Neujahrstauchen im Rhein bei Frei-Weinheim.

Von skw

Auch in diesem Jahr stürzen sich die Teilnehmer für den guten Zweck in den kalten Fluss. Mit den Spenden aus der Aktion soll Vanessa aus Dromersheim unterstützt werden.

FREI-WEINHEIM - „Kopf unter“, unter diesem Motto den Silvesterkater abwaschen, gut gekühlt aus dem Wasser auftauchen, Spaß haben, und alles für einen guten Zweck – das erwartet einmal mehr die Unerschrockenen, die am Neujahrstauchen am 1. Januar, 14 Uhr, am Strandbad in Frei-Weinheim teilnehmen.

Alex Laurijsse heißt der Mann, der das nasskalte Event von den Niederlanden, seiner Heimat, an den Mittelrhein gebracht hat. Inzwischen zum achten Mal lädt er zum Untertauchen in den Rheinfluten ein, wie immer verbunden mit einer Spendenaktion. „Auch das Neujahrstauchen 2019 wird, wie im vergangenen Jahr, zugunsten der pflegebedürftigen Vanessa Brandt und ihrer Familie aus Dromersheim stattfinden“, erklärt der rührige Niederländer, der ebenfalls in Dromersheim zu Hause ist (siehe Bericht Seite 18). „Dank spezieller, aber sehr teurer Therapien geht es Vanessa inzwischen besser, sie fängt wieder an zu sprechen“, berichtet Ehefrau Birgit Laurijsse von einem Besuch bei der Familie.

In den letzten Jahren hatte das Neujahrstauchen immer mehr Aktive und vor allem Zuschauer ans Strandbad gelockt, zu Glühwein und Punsch, heißer Erbsensuppe und Würstchen, alles von Sponsoren gestiftet. „Wir verlangen kein Geld für Essen und Trinken, erbitten aber herzlich eine Spende für Vanessa“, wirbt Laurijsse. „Dieses Jahr haben wir sogar erstmals eine Liveband dabei, die ordentlich einheizen wird“, präsentiert der stolz die „Gentlemen‘s Descent“ aus Wiesbaden, die zu handgemachter, tanzbarer Rockmusik am Sandstrand einladen.

Führt der Rhein überhaupt genug Wasser? „Ich war vor ein paar Tagen da und habe mir die Situation angeschaut. „Ich sehe keine Probleme“, versichert Laurijsse. Also geht es wie geplant am 1. Januar ab 13.30 Uhr am Strandbad in Frei-Weinheim los: Dann treffen sich die aktiven Teilnehmer, können in den bereitstehenden Umkleidezelten der freiwilligen Feuerwehr Norheim in ihre Badeklamotten schlüpfen. „Wie immer gilt, normale Badebekleidung, Badehose und Anzug oder Bikini, kein Neopren oder sonstige Tauchanzüge“, erläutert Laurijsse. „Erwünscht sind aber nette Verkleidungen.“ Die Regeln besagen, dass die Neujahrstaucher so weit ins Wasser laufen, bis sie einmal komplett, auch mit dem Kopf untertauchen können. Dann geht’s wieder raus, abtrocknen und warm anziehen.

Um 14 Uhr sollen alle Taucher startklar sein, es gibt noch ein paar Instruktionen, dann fällt pünktlich um 14.15 Uhr der Startschuss. Alle „Untertaucher“ bekommen als Belohnung wieder eine knall-orange Pudelmütze vom Hauptsponsor

 

Neujahrstauchen: Zahlreiche Teilnehmer bei Traditionsveranstaltung in Frei-Weinheim / Erlös für guten Zweck Von Sigrid Kaselow 02.01.2018

FREI-WEINHEIM - Kaum ein Durchkommen für Zuschauer und Badelustige am Frei-Weinheimer Strandbad: Geschätzt 250 Schaulustige und rund 80 kälteresistente Wasserratten finden sich am Neujahrstag zum inzwischen 7. Neujahrstauchen „Kopf unter“ am Rheinufer ein.

Der wegen des hohen Rheinwasserstandes ohnehin schmale Sandstreifen quillt förmlich über von Menschen. Sie drängen sich vor dem Pavillon, wo Glühwein, Punsch, heiße Erbsensuppe und Würstchen gegen eine Spende ausgegeben werden. Viel los auch in den Umkleidezelten, immer mehr nur mit knappen Bikinis, Badanzug- oder hose bekleidete Neujahrstaucher bevölkern den Strand, andere harren, vermummt in Bademäntel, Winterjacken oder dicke Decken auf den Startschuss.

Um 14.12 Uhr die Lautsprecherdurchsage von Initiator Alex Laurijsse: „Noch drei Minuten, ihr kennt die Regel, ins Wasser laufen, ganz, also auch mit dem Kopf untertauchen, dann wieder raus ins Trockene“. Punkt 14.15 Uhr: Birgit Laurijsse gibt das Startsignal, eine Silvesterrakete explodiert über der Menge. Die Neujahrstaucher, fast alle mit den obligatorischen orangeroten Pudelmützen auf dem Kopf, stürzen sich in den nur acht Grad kalten Rhein. „Das war ja echt geil“, und „Hier draußen ist’s ja richtig warm“, so die Kommentare der ersten Taucher, als sie nach knapp 15 Sekunden das Wasser verlassen. Einige Hartgesottene machen ein richtige Bade-Event aus der Tauchaktion: Minutenlang planschen sie im trübbraunen Rheinwasser herum, werfen sich gegenseitig ein aufblasbares Gummikrokodil zu. „Das sind Russen, die können das ab, das macht denen nix aus“, weiß jemand im Publikum.

Überwältigt von den vielen Teilnehmern und Zuschauern sind auch die Initiatoren des Neujahrstauchen, Alex und Birgit Laurijsse aus Dromersheim. „Mit dem Andrang haben wir nicht gerechnet, unsere Helfer kommen ja kaum mit dem Glühwein und der Suppe nach“, freut sich Birgit Laurijsse. Und hofft dementsprechend auf viele Spenden, die dieses Mal an die Dromersheimer Familie Brandt und deren pflegebedürftige Tochter Vanessa gehen werden. „Wie viel genau zusammen kommt, veröffentlichen wir später auf unserer Homepage www.neujahrstauchen.de“. Dass unter den Neujahrstauchern viele „Wiederholungstäter“ sind, haben die Laurijsses an den Pudelmützen, die sie an jeden Taucher verteilen, erkannt. „Viele sind mit ihren Mützen aus den Vorjahren gekommen, so viele neue mussten wir gar nicht ausgeben“. Wegen der tollen Resonanz sind sich die beiden Dromersheimer sicher: Auch am Neujahrstag 2019 wird es am Frei-Weinheimer Strandbad wieder das Neujahrstauchen geben.

Schwach vertreten sind bei der jetzigen Tauchaktion allerdings kostümierte Teilnehmer. Nur eine knallgelbe Banane und eine Weihnachtsfrau mit roter Zipfelmütze, Lametta um den Hals und Kugel-Ohrringen haben sich zum Tauchen verkleidet. Und die Weihnachtsfrau darf den Preis für das originellste Kostüm, zwei Tickets für ein Motorrad-Event, mit nach Hause nehmen.

 

Bibbern für den guten Zweck
Von skw 27.12.2017

FREI-WEINHEIM - Ein eiskaltes Bad im Rhein nehmen, so kann das Jahr 2018 für wagemutige Wasserratten beginnen: Zum siebten Mal richten die Dromersheimer Alex und Birgit Laurijsse das Neujahrstauchen am Frei-Weinheimer Rheinufer aus. Ab 13.30 Uhr ist am 1. Januar 2018 Treffen am Strandbad, der Startschuss für „Kopf unter“ erfolgt um Punkt 14.15 Uhr.

Die Regeln sind einfach: in normaler Badebekleidung, also ohne Neopren-Schutzanzug ins Wasser rennen, einmal ganz untertauchen und wieder hinaus. Schuhe sind erlaubt, ebenso Mützen und Handschuhe, auch wenn Letzteres nicht wirklich Sinn macht. „Gibt einen Adrenalinkick, killt garantiert jeden Silvesterkater“, wissen die Laurijsses. Sie freuen sich über Personen, die in originellen Verkleidungen ins Wasser gehen. „Vergangenes Jahr hatten wir schon einige Mutige dabei, dieses Mal hoffen wir auf noch mehr lustige Verkleidungen, das erhöht den Spaßfaktor“.

Birgit Laurijsse und ihr Mann sind derzeit mit den Vorarbeiten beschäftigt und stehen mit Sponsoren in Verhandlung. Das ist einmal die niederländische Suppenfirma Unox, die Erbsensuppe für alle Besucher und die orangen Pudelmützen für jeden Taucher beisteuert. Unterstützung kommt auch wieder von Metzgern, Bäckern und Gaststätten aus der Region, die für Glühwein, alkoholfreien Punsch, Würstchen und Brötchen sorgen, die es gegen eine Spende gibt. Wie in den Vorjahren stehen am Strand Zelte zum Umziehen bereit, die Toiletten stellt freundlicherweise der Betreiber der Strandbadgaststätte zur Verfügung. „Wir sind ihm sehr dankbar für die Unterstützung“, freut sich Birgit Laurijsse.

Die Aktion dient einem guten Zweck: Dieses Mal soll die Dromersheimer Familie Brandt das Geld bekommen. Ihre Tochter Vanessa ist, seit in ihrem Kopf ein Blutgefäß geplatzt ist, ein Pflegefall (die AZ berichtete). „Mit den Spenden wollen wir einen finanziellen Beitrag für die teuren Therapien, die Vanessa benötigt, leisten“, erläutert Birgit Laurijsse.

 

Zum 6. Mal Neujahrstauchen im Rhein bei Frei-Weinheim.
Von Sigrid Kaselow 02.01.2017

FREI-WEINHEIM - Zehn Sekunden – länger dauerte es nicht, dann war die ganze Meute wieder draußen aus dem eiskalten Wasser des Rheins. Neujahrstauchen am Frei-Weinheimer Strandbad: Zum sechsten Mal hatten der Niederländer Alex Laurijsse und seine Frau Birgit aus Dromersheim zu dem Event eingeladen. 43 unerschrockene Wasserfreunde hatten sich vorab angemeldet, knapp 60 waren es, die dann am Neujahrstag im Rhein untertauchten und mehr als symbolisch so das alte Jahr abwuschen.

„Ihr seid alle Helden“, hatte Birgit Laurijsse die zum Teil verkleideten und sonst nur mit Badehosen- und Anzügen sowie mit orangeroten Mützen vom Hauptsponsor Unox auf dem Kopf bekleideten Taucher begrüßt. Eine Neujahrsrakete als Startschuss trieb die kälteresistenten Taucher unter lauten Gekreische ins Wasser, fast genauso schnell waren sie aber auch wieder draußen. „War gar nicht so schlimm“, und: „Das Wasser ist wärmer als die Luft“, oder „Jetzt ein eiskaltes Bier!“ waren einige der sodann abgegebenen Kommentare. Auch die Zuschauer, weitaus zahlreicher als die aktiven Neujahrs-Taucher, sparten nicht mit Bemerkungen: „Der ist gar nicht ganz untergetaucht, der hat ja noch trockene Haare.“ „Nächstes Jahr mach ich auch mit, vielleicht ist dann mehr Wasser da.“ Denn in der Tat, so wenig Wasser hatte es am Frei-Weinheimer Strandbad schon lange nicht mehr gegeben. Flache Wasserpfützen, von einer dünnen Eisschicht bedeckt, Sandbänke, Steine und ein Strand, dreimal so breit wie bei normalem Wasserstand, bestimmten das Bild. Tauch-Teilnehmer und Zuschauer mussten weit hinauslaufen bis zu einer Stelle, wo das Wasser die für das Untertauchen nötige Tiefe hatte. Auf dem Trockenen warteten anschließend auf die Taucher ein Zelt zum Umziehen und für sie und die Zuschauer Bratwurst, heiße Erbsensuppe sowie Glühwein und alkoholfreier Punsch – alles gesponsert von Dromersheimer Unternehmen. Erbeten wurden dafür Spenden, die in diesem Jahr an den katholischen Kindergarten Pusteblume in Dromersheim gehen. 700 Euro konnten Alex und Birgit Laurijsse aus den Spendenboxen holen.

Und dann gab es noch die Prämierung des besten Kostüms: Der als Wikinger mit einer originellen Kopfbekleidung verkleidete Markus Wisch aus Dromersheim gewann einen Gastronomiegutschein. Ein Bayer mit echter Lederhose, ein Hase, ein Clown und ein Hawaii-Mädchen mit Blumenkette sowie ein fast echter Baywatch-Rettungsschwimmer waren außerdem unter den Neujahrstauchern zu finden. „Wir freuen uns, dass so viele Taucher in originellen Kostümen da waren, das werden wir im nächsten Jahr noch stärker bewerben“, freute sich Birgit Laurijsse schon auf das Event 2018.

 

Das alte Jahr eiskalt abwaschen
Von Julia Krentosch 30.12.2016  

FREI-WEINHEIM - INGELHEIM. Das alte Jahr abwaschen, die vergangenen Tage und Wochen hinter sich lassen und mit einem ordentlichen Adrenalinkick ins neue Jahr starten – dafür steht das Neujahrstauchen, das Alex Laurijsse dieses Neujahr zum sechsten Mal am Ingelheimer Strandbad veranstaltet. Ein prickelndes Erlebnis, das kann seine Frau Birgit aus erster Hand berichten.

„Um ehrlich zu sein, habe ich jahrelang nur das Handtuch warm gehalten“, lacht sie. Bis es sie eines Tages plötzlich packte. Die Menschen, die da offensichtlich ohne zu frieren aus dem eiskalten Wasser schlenderten, dachte sie, die wirken ja sicher nicht ohne Grund so glücklich. Also ist Birgit Laurijsse irgendwann mit ihrem Mann zusammen ins Wasser gegangen. „Und jetzt verstehe ich die Begeisterung. Man schüttet plötzlich viele schöne Glückshormone aus.“

Anmeldung für die bessere Planung


Alex Laurijsse hat die eiskalte Tradition aus seiner Heimat mitgebracht. Er stammt aus Nordbrabant, einer Provinz im Süden der Niederlande. Hier ist das Neujahrstauchen seit gut 50 Jahren Tradition, mittlerweile nehmen an 80 Orten fast 40 000 Menschen an dem Spektakel teil. In Ingelheim sind es bedeutend weniger, etwa 50 schätzt Familie Laurijsse, aber die Fangemeinde wächst von Jahr zu Jahr. „Dieses Mal kamen die ersten Anmeldungen schon vor Weihnachten. Das ist wirklich ungewöhnlich. Sonst geht es erst nach den Feiertagen los mit den Anmeldungen“, erzählt Alex Laurijsse.

Eine Anmeldung ist für das Privatevent am Strandbad zwar eigentlich nicht nötig, es hilft den Laurijsses aber bei der Planung. Zur Stärkung der tapferen Taucher organisieren sie nämlich Glühwein, Bratwürste und – ganz wichtig – Erbsensuppe. Bei den großen Tauchevents in den Niederlanden kommt traditionell Unox in die Suppenschale – inzwischen auch beim Ingelheimer Neujahrstauchen. Es war gar nicht so einfach, die niederländischen Suppenmacher zum Sponsoring zu überreden, denn eigentlich unterstützt Unox keine Veranstaltung im Ausland. Alex Laurijsse hat es trotzdem geschafft.

„Und er schafft es auch jedes Jahr, einen Freund und Bekannten mehr zum Mitmachen zu überreden“, lacht seine Frau, „und wenn es Silvester kurz vor Mitternacht ist.“ Alex Laurijsse schwört eben auf seine Tradition. Und die zunehmende Teilnehmerzahl zeigt: andere auch. „Es gibt viele, die sich am Neujahrstag für eine Stunde bei uns am Rhein mit Freunden verabreden, sich ein frohes neues Jahr wünschen, einen Glühwein trinken und entweder selbst abtauchen oder zuschauen. Und in einer Stunde ist man wieder zu Hause auf dem Sofa. Perfekt“, findet Birgit Laurijsse.

Inzwischen steht hinter dem Neujahrstauchen ein kleines, eingeschworenes Team aus Sponsoren und Helfern. Die meisten kommen wie die Laurijsses aus Dromersheim. „Dort fließt der Rhein aber nun einmal nicht entlang, darum tauchen wir in Ingelheim.“ Getaucht wird übrigens bei jedem Wetter, auch bei Regen. Nur bei Hochwasser sagen die Veranstalter das Neujahrstauchen ab, zu gefährlich.Bisher sehen die Prognosen aber gut aus.


Preis für die lustigste Verkleidung


Inzwischen stürzen sich die Teilnehmer übrigens nicht nur mit den orangefarbenen Unox-Mützen auf dem Kopf in die eiskalten Fluten, sie haben immer häufiger auch lustige Verkleidungen an. Laurijsses haben darum einen Preis für die lustigste Verkleidung ausgeschrieben, 2016 hat ein Engel mit roten Flügeln gewonnen.

 

Neujahrstauchen: Alex Laurijsse lädt zum fünften Mal ans Ingelheimer Strandbad ein
Von Julia Schilling 29.12.2015

Zum fünften Mal werden sich am Neujahrstag mutige Schwimmer am Ingelheimer Strandbad in den Rhein stürzen. Der Adrenalin-Kick zum Jahresbeginn ist eine Idee von Alex Laurijsse. Wir haben mit ihm über die eiskalte Tradition gesprochen.

INGELHEIM - Zum fünften Mal werden sich am Neujahrstag mutige Schwimmer am Ingelheimer Strandbad in den Rhein stürzen. Der Adrenalin-Kick zum Jahresbeginn ist eine Idee von Alex Laurijsse. Wir haben mit ihm über die eiskalte Tradition gesprochen.


Herr Laurijsse, woher stammt denn die Tradition? Was steckt dahinter?


Ich habe diese Tradition aus meiner Heimat, den Niederlanden, mitgebracht. Dort wagen sich seit den 60er-Jahren jedes Jahr tausende Menschen in die eisigen Fluten der Nordsee. Mittlerweile nehmen dort an 80 Orten fast 40 000 Menschen an dem Spektakel teil, davon allein 10 000 in Scheveningen. Vermutlich steckt die Idee dahinter, „gereinigt“ in ein neues Jahr zu starten.


Wie ist die Idee dazu entstanden?


Ich lebe seit 2009 in Deutschland und wollte einfach ein Stück Brauchtum aus meiner Heimat meinen neuen Freunden aus Deutschland näherbringen. Im ersten Jahr war ich mit nur einem Freund im Rhein, danach wurden es von Jahr zu Jahr mehr. Vor vier Jahren konnte ich die Firma Unox, die auch die Events in den Niederlanden sponsert, davon überzeugen, uns jährlich mit Mützen und Erbsensuppe zu unterstützen. 

Stürzen Sie sich selbst mit ins kalte Wasser?


Selbstverständlich bin ich dabei, denn es macht riesigen Spaß. Ich habe bisher insgesamt in Holland und Deutschland etwa 20-mal teilgenommen, und sofern ich dazu in der Lage bin, werden noch viele Neujahrstauchen folgen.


Haben Sie einen Tipp: Wie trotzt man dem kalten Wasser am besten?


Das kalte Wasser ist gar nicht das Problem, sobald man untertaucht, bekommt man einen „Adrenalin-Kick“ und man empfindet das Wasser nicht mehr als eisig. Vor dem Startschuss sollte man nicht zu lange barfuß auf dem eiskalten Sandboden am Strand stehen – die kalten Füße sind die größte Herausforderung. Nach dem Tauchen schnell aufwärmen mit Suppe und Glühwein!

Wie lange halten es denn die Teilnehmer in der Regel im kalten Wasser aus?


Es geht nicht darum, möglichst lange im Wasser zu bleiben. Ziel ist es, ins Wasser zu sprinten und einmal komplett unterzutauchen. Es gibt aber auch ein paar Hartgesottene, die danach noch eine Zeit im Wasser bleiben.


Wo kommen interessierte Teilnehmer hin und was erwartet sie?


Wir treffen uns am Freitag, 1. Januar, um 13.30 Uhr am Strandbad in Ingelheim. Ein Umkleidezelt getrennt für Männer und Frauen steht bereit. Originelle Badekleidung ist erwünscht und das lustigste Outfit wird mit einem kulinarischen Gutschein belohnt. Jeder Taucher erhält eine Mütze, danach folgen noch ein paar Verhaltensregeln für das Untertauchen.
Punkt 14.15 Uhr folgt der Startschuss und die Taucher stürmen los in die Fluten des Rheins. Für alle Taucher und alle Zuschauer gibt es unentgeltlich Glühwein, Kinderpunsch, Erbsensuppe und Bratwurst. Jeder Taucher bekommt zur Erinnerung noch eine Dose Erbsensuppe mit Teilnahme-Label als Trophäe. Eine Anmeldung ist nicht zwingend erforderlich. Wir freuen uns aber, wenn die Taucher sich vorher über unsere Website oder auch bei uns persönlich anmelden – so können wir besser planen. Es gibt keine Startgebühr, wir freuen uns aber über Spenden für einen guten Zweck.


Für welchen guten Zweck ist das Geld bestimmt?


Meine Frau Birgit und ich organisieren als Dromersheimer Neubürger dieses nicht kommerzielle Event aus privater Initiative heraus und wir werden unterstützt von Dromersheimer Geschäftsleuten. Die Spenden fließen daher zu 100 Prozent einem guten Zweck in Dromersheim zu. Nachdem wir zwei Jahre lang den Kindergarten mit den Spenden unterstützt haben, soll nun das Geld der Grundschule „Am Hörnchen“ zugute kommen.

 

Niederländer hat das Neujahrsschwimmen nach Rheinhessen gebracht

Von Christine Tscherner 20.02.2015

BINGEN - Der Schmelztiegel Rheinhessen feiert bald Geburtstag. 200 wird er im Jahr 2016. Diese Zeitung schaut sich um zwischen Rhein und Rebhügeln, fragt engagierte Menschen mit fremden Wurzeln nach Heimatgefühl und Angekommensein, nach Kulturfusion und Distanzen.

Er friert für den guten Zweck. Alex Laurijsse, 42, brachte eine frisch-fröhliche Idee aus seiner Heimat Holland nach Rheinhessen: Bereits zum dritten Mal ging der Dromersheimer am Neujahrstag mit Freunden und Bekannten baden. Im Rhein, bei Minusgraden und nur mit einer Badehose bekleidet. "Nieuwjaarsduik", Neujahrstauchen, nennt sich die Tradition in den Niederlanden.

Baden mit Nikolausmütze

"Diesmal waren es fünf Grad plus und ohne Regen - perfekt", strahlt Alex. Er zeigt das Video und Fotos von knapp 40 anscheinend kälteresistenten Menschen am Ingelheimer Strandbad. Alle tragen rote Nikolaus-Zipfelmützen - ein eindeutiges Symbol für den Winter.

"Schlimmer als kaltes Wasser ist der kalte Sand an den Füßen", lacht Alex. Er stammt aus Nordbrabant, einer Provinz im Süden der Niederlande, eine katholische Gegend. Neujahrstauchen ist dort seit gut 50 Jahren Tradition. In mehr als 86 Orten gehen rund 35 000 Menschen am ersten Tag des neuen Jahres ins Meer. Eine Gaudi, die an Taufrituale erinnert. Das alte Jahr abwaschen, hinter sich lassen. Tabula rasa für den Neubeginn.

Der Jobwechsel in ein Bad Kreuznacher Softwarehaus lockte den Fachmann über die Grenze. Seit 2009 ist er offiziell Rheinhesse, hat seinen Wohnsitz in Deutschland und seine Liebe in der Region gefunden. Drei Mal ist er in wenigen Jahren umgezogen. Von Gau-Algesheim nach Ockenheim und schließlich ins Dromersheimer Neubaugebiet.

Mit seiner Frau Birgit baute er dort ein Haus. "Rundherum leben viele Familien mit Kindern." Deshalb sponsert das Paar Spendengeld fürs Neujahrstauchen dem Dromersheimer Kindergarten. "Dort werden jetzt auch ganz Kleine betreut. Das Geld für nötige Investitionen fehlt", sagt der Neubürger.

"Heimat ist dort, wo Freunde sind", legt sich Alex fest. Und Freundschaften hat das Paar in den Dörfern zwischen Ingelheim und Bingen bereits zahlreich geknüpft. "Ich finde Ankommen hier leicht, keine große Hürde", bescheinigt Alex offene Arme.

Die Mentalität passt vielleicht einfach: Besuch ist ihm in Dromersheim willkommen. Die Laurijssens sind nette Gastgeber. Eben auch an Silvester. "Wenn es lang wurde, ist Neujahrstauchen der perfekte Frischestart fürs neue Jahr", sagt Birgit Laurijsse.

Sie hat sich in den ersten Jahren zunächst auf das Halten der wärmenden Decke beschränkt. "Aber Neujahrstauchen ist wie Chips essen. Hast du einmal angefangen, bleibst du dabei.

" 500 Euro haben die Teilnehmer diesmal in die Spendenbox geworfen. Denn die Suppe zum Aufwärmen, Wurst und Getränke sponsern Dromersheimer Bäcker, Metzger und Gaststätten. Sie alle hat Alex Laurijsse für seine Gaudi ins Boot geholt. Immer mehr Taucher, immer mehr Schaulustige lockt sein Winterbadespaß nach Holland-Manier.

"Einmal komplett untertauchen ist Pflicht, ansonsten bitte keine Extratouren", warnt Alex Jahr für Jahr. Strömungen und Wasserwirbel seien auch im scheinbar harmlosen Altrheinarm nicht zu unterschätzen.

"Früher bin ich immer eigens zum Neujahrstauchen nach Holland gefahren, dann konnte ich Freunde hier zu einem Versuch überreden." Aus dem badefreudigen Silvester-Zirkel hat sich in der dritten Auflage eine echte Fangruppe über Dromersheim hinaus versammelt.

Alex Laurijsse baut Umkleidekabinen aus Zelten am Rheinstrand auf, druckt Werbeflyer, wirbt in sozialen Netzwerken, sorgt für Versorgungsstände und organisiert Trophäenmützen. Holland sei eben mehr als Tulpen, Windmühlen und Oranje-Fußball. Sein Geburtsland steht für viel Liberalität in Wirtschaft und Gesellschaft. Und für kuriose Traditionen.

Sein nächster Schritt, um im dörflichen Dromersheim zu wurzeln? "In Holland habe ich Büttenreden gehalten." Im katholischen Süden der Niederlande wird nämlich ebenfalls ausgiebig Karneval gefeiert. Die Leddekepp als Carnevalsverein werden einen motivierten Spaßvogel garantiert integrieren…

 

Neujahrstauchen im Rhein - (Allgemeine Zeitung, 30.12.2014)

www.allgemeine-zeitung.de

INGELHEIM - (red). Ursprünglich aus Holland stammend, hat das im Nachbarland schon lange als Tradition zählende Neujahrstauchen auch in Ingelheim in den vergangenen Jahren immer mehr Freunde gefunden – einer Privatinitiative sei Dank. Die Idee wurde zum ersten Mal in den 1960er Jahren an der holländischen Nordseeküste durchgeführt, mittlerweile findet es an mehr als 86 Orten mit insgesamt mehr als 35 000 Menschen statt. Den eiskalten Adrenalinkick gibt es auch in Ingelheim in diesem Jahr wieder am Donnerstag, 1. Januar, ab 14 Uhr im Strandbad Ingelheim. Die Teilnehmer gehen mit ganz normaler Badekleidung, also Badeanzug, Bikini oder Badehose, in den Rhein und tauchen mindestens einmal ganz unter – um den Silvesterkater zu ertränken und um einfach nur Spaß zu haben. Danach gibt es zum Aufwärmen heiße Getränke und Essen. Für die Teilnehmer gibt es im Anschluss eine Mütze von Sponsor Unox. Zuschauer sind gerne gesehen. Kleine Spenden sind ausdrücklich herzlich willkommen und alle Beteiligten freuen sich, damit noch einmal den katholischen Kindergarten „Pusteblume“ in Dromersheim zu unterstützen, um nötige Anschaffungen zu tätigen. Weitere Infos und Anmeldung zum Tauchen unter www. neujahrstauchen.de.